Laguiolemesser’s Blog


Laguiole exklusive Messer und die Geschichte des Damaststahls

Der Begriff Damaszener Stahl oder Damast kommt aus dem Arabischen, ist gleichzeitig der Name der Hauptstadt Syriens (Damaskus) und bezeichnet einen Werkstoff aus einer oder mehreren Stahl- oder Eisensorten. Er weist in poliertem oder geätztem Zustand eine klare Struktur aus mehreren abwechselnden Bereichen aus hartem und weichem Material auf. Damaszenerstahl verbindet diese Eigenschaften, daher ist diese Mischung gleichermaßen flexibel und besonders schnitthaltig. Um es genau auszudrücken, bezeichnet man Damaszenerstahl nur den im arabischem Raum, im Tiegelschmelzverfahren, hergestellten Stahl. Häufig wird dieser aber auch für den in Europa hergestellten Verbundstahl verwendet. Hohe Bedeutung hatte der Damaststahl im Altertum, da er meist zur Waffenherstellung genutzt wurde, insbesondere für Blankwaffen. Daher könnte man fast behaupten, er wurde nur zu diesem Zweck erfunden.

Herstellung
Handgeschmiedeter Damaststahl wird heute noch fast so wie früher hergestellt. Am Anfang werden mehrere Schichten, meist 3 bis 8, übereinandergelegt und im Schmiedefeuer geschweißt. Der Verbund wird anschließend längs oder quer getrennt, aufeinandergelegt und wieder verschmiedet (Falten). Die gesamte Prozedur wird mehrmals wiederholt. Da sich nach jedem Aufeinanderlegen die Anzahl der Schichten verdoppelt, kommt man schon nach wenigen Wiederholungen auf Hunderte von Schichten. Die Hauptschwierigkeit beim Feuerschweißen besteht darin, dass das Material eine bestimmte Temperatur nicht überschreiten darf, da sonst der Kohlenstoff verbrennt, und gleichzeitig das Material nicht zu stark verzundern (oxidieren) darf, weil es sich dann nicht mehr zusammenschmieden lässt. Da der Stahl vor dem Schmelzpunkt zu brennen anfängt (Oxidation), wird gegen Ende des Erhitzens Quarzsand oder Borax auf die zu schweißende Stelle gestreut. Dieser schmilzt zu einer flüssigen Glasschicht und schützt somit den Stahl vor dem Sauerstoff. Der richtige Zeitpunkt dafür ist, wenn die ersten Sterne (Funken) des verbrennenden Kohlenstoffs auftauchen. Es entsteht ein glasiger Schild, der die beiden zu schweißenden Teile umschließt. Dieser dient nicht nur als Schutz, sondern auch als Zeitüberbrückung, die es dem Schmied erlaubt, die Schweißteile zum Amboss zu tragen und sie dort mit einem präzisen Schlag zusammenzufügen.

Um schöne Muster auf der Oberfläche zu erhalten, kann der Stahl auch verdreht (Torsionsdamast) oder „unsymmetrisch“ weiterverarbeitet werden (wilder Damast). Nach dem Härten wird der Damaszener Stahl geätzt, um das Muster sichtbar zu machen, da die verschiedenen Schichten sich in Säure je nach Kohlenstoffanteil bzw. Legierung hell (Nickel) oder dunkel (Mangan) färben. Die Schneiden werden dann meist noch zum Schluss nachgehärtet. Heute wird für die Messerherstellung auch oft Kettendamast verwendet, das aus Motorradketten oder Motorsägenketten geschmiedet wird, was ein sehr schönes Muster ergibt.

Verwendung
Heutzutage erfreut sich Damaststahl wieder zunehmender Beliebtheit, vor allem zur Herstellung von Küchen-, Taschenmesser, Klappmesser und Jagdmessern. Aber auch Gebrauchsgegenstände und Schmuck werden daraus hergestellt, letzteres aufgrund des ästhetischen Reizes der geätzten Oberfläche.

Damasteel
Durch neuere Stahlherstellungsverfahren kann so genannter Damasteel hergestellt werden. Hierbei handelt es sich um einen vollkommen anderen Werkstoff als den klassischen Damaszener Stahl. Damasteel besteht aus rostträgem Stahl, der durch die Vermengung des Grundwerkstoffes mit Stahlspänen während des Fertigungsprozesses veredelt wird. Das Verfahren wurde erst 1993 entwickelt. Grund der Entwicklung war, dass sich die hochlegierten Stähle nicht feuerverschweißen lassen. Rostfreier Stahl ist ein hochlegierter Stahl, da er mehr als 10 % Chrom enthalten muss, um nicht zu rosten.

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Laguiole Messer echt oder falsch???
November 17, 2008, 4:32
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Wenn es einen Namen im Schneidwarenmarkt gibt für Konfusion sorgt, so ist dies sicher Laguiole. Wir sorgen für Klarstellung

Ist Laguiole eine Messermarke?

Ganz im Gegenteil zur landläufigen Meinung, ist Laguiole keine Messermarke. Aus diesem Grund gibt es keine echten und falschen Laguiole Messer und es kann auch keine so genannten Kopien geben.

Laguiole bezeichnet demnach einen Messerstil und besitzt diesem Stil entsprechende Charakteristiken. Messerstile gibt es verschiedenen wie bspw.: Jagdmesser, Campingmesser, Butterflymesser, Schweizer Multifunktionsmesser etc…

Die Marke eines Laguiole Messers hängt von seinem Fabrikanten (ca. 50 verschiedene in Frankreich) oder seinem Importeur ab. Aktuell gibt es über 80 Marken die mit dem Namen Laguiole assoziiert werden und die in der Produktklasse 8 (Messer) bei der INPI (l’Institut National de la Propriété Industrielle = nationales Institut für Industrieeigentum) eingetragen sind.
Bei Interesse können Sie die komplette Liste unter folgendem Link konsultieren. www.icimarques.com. Jede dieser Marken gehört (verschiedenen) Unternehmen, welche zum Großteil nichts miteinander zu tun haben.

Dies bedeutet somit, dass lediglich das Logo welches hinter (oder vor) dem Wort « Laguiole » steht die Marke (im rechtlichen Sinne) ausdrückt. Möchte man diese Tatsache mit einer anderen Domäne vergleichen, so könnte man vom Begriff “Auto“ sprechen – welcher ja keine Marke bezeichnet, sondern einen Fahrzeugtyp. Dieser wird von verschiedensten Unternehmen hergestellt. Man denke nur an Renault, Mercedes, Fiat, …

Unsere Laguiole Messer werden unter der Marke Baladéo vertrieben und lassen sich an folgendem Symbol identifizieren:

Diese Marke gehört unserer Firma und ist Garant für die Qualität unserer Produkte.

Gibt es allgemeine Produktions- oder Qualitätsstandards bei Laguiole Produkten?

Nein. Da die unterschiedlichen Hersteller/Importeure in erster Linie Konkurrenten sind und erst dann Kollegen, wollte man sich nie auf einen gemeinsamen “Standard“ einigen, welcher präzise den Laguiole Messerstil und Produktions- bzw. Qualitätsstandards beschreibt.

Das bedeutet, dass es auf dem Markt Produkte in verschiedensten Qualitätsstufen unter der Bezeichnung Laguiole gibt. Die ein Laguiole Messer ausmachenden Merkmale (Biene am Klingenansatz, Griffform, Klinge und Stahlqualität) können von Fabrikant zu Fabrikant unterschiedlich sein. Es gilt zu wissen:
- es gibt keine uniforme Biene (franz. abeille) – teilweise auch Fliege genannt (franz. mouche) – die alle Laguiole Messer in gleicher Form ziert. Man kann sogar sagen, dass es annähernd genauso viele unterschiedliche Bienen/Fliegen gibt wie Hersteller.
- Die Größe und Form des Griffes variiert von Modell zu Modell. So gibt es lange und kurze Griffe, mit und ohne Korkenzieher und mit unterschiedlichsten Beschlägen ausgestattet. Es gibt klappbare Modelle und Modelle mit feststehenden Klingen.
- Die Qualität der verwendeten Klingenstähle hängt vom Fabrikanten ab. Je nach Modell (Einstiegsmodell zum kleinen Preis bis Modell “haut de gamme“) und Einsatzzweck (Taschenmesser oder Küchenmesser) werden unterschiedlichste Stähle von ihm gewählt.

Nur das aufmerksame Auge des Messerinteressierten und die Marke des jeweiligen Herstellers, können dem Kunden bei der Auswahl „seines“ Laguiole behilflich sein.

Die Laguiole Messer unserer Marke Baladéo werden von Hand hergestellt und wir verwenden ausschließlich edle Materialien, um die Tradition dieses weltbekannten Messerstils zu wahren. Wir garantieren Ihnen Produkte in einwandfreier Qualität: Unsere 440-er Stähle und bestimmte Rohstoffe (bspw. Edelhölzer für die Griffe) und Einzelteile (wie die Spindeln unserer Laguiole Kellnermesser) kommen aus Frankreich/Europa und werden auch dort gefertigt. Die Herstellung unserer Produkte wird von Partnerfirmen durchgeführt, die von uns geschult werden und rigoros nach unseren Qualitätsstandards fertigen.

Gibt die Bezeichnung Laguiole einen Hinweis auf die Herkunft?

Nein. Wie viele von Ihnen bereits wissen ist Laguiole gleichermaßen ein Name eines Käses, sowie eines kleinen französischen Dorfes im Departement Aveyron.

Mann nimmt an, dass der „Laguiole“-Messerstil höchst wahrscheinlich aus dem gleichnamigen Dorf stammt. Gleichermaßen muss jedoch angemerkt werden, dass der Hauptproduktionsort für Laguiole Messer in der Stadt Thiers und seiner Umgebung liegt. Thiers ist seit mehr als 150 Jahren Frankreichs Messerhauptstadt. Des Weiteren gibt es auf dem Markt eine große Anzahl an Laguiole Messern, welche außerhalb Frankreichs hergestellt bzw. endgefertigt werden (Spanien, China, Pakistan). Aus diesen Gründen gibt die Bezeichnung „Laguiole“ keine Auskunft auf die Herkunft des jeweiligen Artikels.

Laguiole Messer werden außerhalb Frankreichs produziert bzw. endmontiert. Die Produktion der Messer wird nach strikten Qualitätsstandards durchgeführt. Jedes unserer Messer wird sorgfältig gefertigt und endgeprüft bevor es zu einem unschlagbaren Preis in den Handel gelangt.

Gibt es Rechtsprechungen, welche die hier angegebenen Informationen belegen?

Ja. Streitthema während zahlreicher Jahre, vor allem bedingt durch die steigenden Importe in den 80-er Jahren, hat der Appellationsgerichtshof in Riom im Jahre 1998 definitiv über das Thema entschieden. (Arrêt 411/98 du 1er juillet 1998).

Die beiden prinzipiellen Punkte aus dem Gerichtsentscheid sind folgende:

Seite 6, 2. Paragraph:
« Aus den von der Verteidigung kommunizierten Dokumenten geht hervor, dass die Bezeichnung Laguiole keine Marke ist und aufgrund dessen auch nicht zum Allgemeingut wurde – mangels spezieller Fabrikationsprozesse. Laguiole ist im Laufe der Zeit demnach zu einem allgemeinen Begriff geworden.»

Seite 6, 4. Paragraph :
« Daraus resultiert, dass die Bezeichnung Laguiole keinen Hinweis auf die Herkunft des so bezeichneten Produkts schließen lässt.»

Eine zweite Entscheidung des Pariser Appellationsgerichts bestätigte das bereits gefällte Urteil im Jahre 1999.
« Der Name Laguiole, verbunden mit einem speziellen Messer, beinhaltet somit keine Ortsangabe sondern bezeichnet einen von der Öffentlichkeit angenommenen und beliebten Messerstil (…) »

Die zitierten Paragraphen aus den Gerichtsentscheiden sind aus dem Französischen übersetzt. Lediglich der französische Originaltext (auf unserer französischen Seite zu lesen) hat Gültigkeit.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Baladéo Laguiole Messer berichtigt die Bezeichnung Laguiole tragen.

Zusammenfassung
Die Bezeichnung Laguiole in Verbindung mit Schneidwaren, bezeichnet weder eine Marke noch ein Design, noch ein Label, sondern einen einfachen Messerstil. Niemand in Frankreich, oder in der Welt, kann behaupten er hätte irgendein Recht auf die Bezeichnung Laguiole im Messerbereich.
Laguiole Messer sind echte Laguiole…und sehr schöne noch dazu – welche in den prestigeträchtigsten Boutiquen auf der ganzen Welt verkauft werden.

Um Sie zu überzeugen, möchten wir Sie hiermit einladen eine kleine Auswahl unserer schönsten Stücke zu entdecken: www.laguiole-exklusiv.de



Laguiole Messer die Geschichte

Bezeichnet Laguiole ein Dorf im französischen Département Aveyron, ein Messer, einen Käse, oder eine Marke?

Laguiole die Region
Laguiole die Region

Laguiole ist erst einmal (und lassen Sie uns chronologisch vorgehen, denn wir möchten ja niemanden verletzen…) ein Dorf im Département Aveyron im Süden des französischen Zentralmassivs, welches circa 1500 Seelen beheimatet. Des Weiteren ist dort der weit über Frankreichs Grenzen bekannte Küchenchef Michel Bras ansässig und bekocht dort seit Jahren seine treue Kundschaft mit wunderbarsten Gaumenfreuden…

Laguiole

Laguiole

Laguiole bezeichnet gleichermaßen einen regionalen Käse aus Rohmilch, welcher namentlich geschützt ist (Appellation d’Origine Contrôlée). Dieser hat sich bereits seinen festen Platz unter Frankreichs exzellenten Hartkäsen gesichert und steht dem Gruyère, Conté und anderen „Gesalzenen“ in nichts nach.

Der Hartkäse

Der Hartkäse

So weit so gut. Bis zu diesem Punkt ist alles noch einfach. Alles komplizierte sich als Handwerker aus dem Dorf Laguiole (man weiß nicht wirklich ganz genau zu welchem Zeitpunkt…) damit begannen ein Laguiole Messer zu fertigen, welches am Klingenansatz mit einer mysteriösen und nicht weniger charakteristischen Biene verziert war. Teilweise wird dieses „Wappentier“ auch als Fliege bezeichnet.

Die Biene

Die Biene

Das klassische Laguiole Messer

Das klassische Laguiole Messer

Neben diesem berühmten Ornament am Klingenansatz (welches ausschließlich der Verzierung/Dekoration des Messer dient und ganz im Gegenteil zur landläufigen Meinung nicht als irgendein Marken/ Authentitäts-zeichen dient), erkennt man ein Laguiole Messer an seiner charakteristischen Form des Griffes, der Klinge und seinem technisch raffinierten Verschlusssystem (franz.: ressort). Dieses ermöglicht es ihm die Klinge bei offenem und geschlossenem Zustand fest zu halten, ohne dabei eine komplett verriegelte Sicherheitssperre zu verwenden.

Bauweise der Laguiole-Messer

Bauweise der Laguiole-Messer

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts fertigten talentierte Handwerker des Dorfes Laguiole (hauptsächlich im Hause Calmel) in geringen Mengen dieses berühmte Messer. Die Produktion der Laguiole Messer verlagerte sich aus ökonomischen Gründen jedoch relativ schnell in Frankreichs Messerhauptstadt „Thiers“ (Puy de Dôme).

Die Schmieden in Thiers produzierten nun auf Anfrage und im Auftrag der Schmieden in Laguiole diese Messer in größeren Stückzahlen, denn in Laguiole konnte man die gestiegene Nachfrage nicht mehr befriedigen. Die Produktion von Laguiole Messern im gleichnamigen Dorf verschob sich zu dieser Zeit nahezu komplett nach Thiers.

In diesen Zeiten galt es vor allem die starke Nachfrage zu befriedigen. Das Wort Marke oder geschützte Modelle gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Einziges und erklärtes Ziel war es der starken Nachfrage schöne Messer in anständiger Qualität entgegenzusetzen.

In Thiers verstand man das Laguiole Messer ursprünglich als reines Auftragsprodukt, welches für die jeweiligen Auftraggeber als Zusatzprodukt hergestellt wurde. Die Entwicklung des Schneidwarenmarktes sollte es jedoch zum wahren Glücksgriff für die Schmiede aus Thiers werden lassen. Nach dem zweiten Weltkrieg hinkte die Nachfrage nach Schneidwaren den gewohnten Absätzen hinterher. Dies lag zum einen daran, dass vor allem die Landbevölkerung besonders stark unter den Wirren des Krieges und dem damit verbundenen Exodos litt und es schlichtweg weniger Käufer gab. Ein weiterer Grund war die sich modernisierenden Gesellschaft die immer weniger traditionelle Taschenmesser zur Berufsausübung brauchte.

Sicherlich lag es aber auch an der aufkommenden Konkurrenz durch « Pradel » Multifunktionsmesser, welche in Frankreich nicht weniger berühmt waren/sind als Ihre roten Brüder aus der Schweiz.

Zur gleichen Zeit hatte aber auch ein « Savoyard » die geniale Idee ein Messer mit einer revolutionären Verschlusstechnik auf den Markt zu bringen. Dieses unter der Marke Opinel verkaufte Messer gehört zu den meistverkauften Messern Frankreichs… und der Welt.

Schließlich stagnierten auch die Verkäufe der traditionellen Rasiermesser. Allzu oft wurden diese durch Einwegrasierer ersetzt oder durch elektrische Rasierer ausgetauscht, welche die Amerikaner nach Kriegsende in Europa bekannt machten. Alles in Allem stand die französische Schneidwarenindustrie vor einem signifikanten Umsatzeinbruch.

Die Messerschmieden aus Thiers konzentrieren sich nun wieder auf Ihre alten Tugenden und produzierten dass, was Ihre Kernkompetenz war: Essbestecke und Schneidwaren. Die Produktion von Taschenmesser, darunter hauptsächlich regionale Modelle wie das Laguiole rückte wieder in den Mittelpunkt und erlebte einen phänomenalen Erfolg.

Dieses Phänomen erklärte sich teilweise durch die Bewohner der Auvergne, welche in großer Zahl nach Paris „auswanderten“ und selbstverständlich auch „ihr“ Messer mit nach Paris getragen haben. Der Rest erklärt sich durch Geschmack, Mode und die verstärkte Marktbearbeitung der Hersteller. Speziell in den 80er Jahren kam es zu einem wahren Laguiole Boom.

Genau zu dieser Zeit entschied eine Hand voll leidenschaftlicher Unternehmsgründer dem Dorf Laguiole wieder das zurückzugeben, was ihm früher einmal gehörte: eine Produktionsstätte für Laguiole Messer. Geplant vom talentierten Designer Philippe Stark entstand eine brandneue Produktionsstätte im berühmten und gleichnamigen Dorf.

Mit dem Bau der Fabrik begann gleichzeitig aber auch ein langjähriger Streit zwischen den Schmieden in Thiers und ihren Kollegen aus der Auvergne – den Menschen in Laguiole.
Im Rathaus Laguioles erkannte man die wirtschaftliche Tragweite und verlangte die Namensrechte für Produkte und Region. Auf der anderen Seite standen die Messerschmieden aus Thiers die seit Jahrzehnten erfolgreich Laguiole Schneidwaren herstellten und Ihre Handwerkskunst und Know How hart verteidigten. Diese investierten stark in Produktionstätten und Vertrieb und sahen dies gefährdet.

Letztendlich entschied der Appellationsgerichtshof in Riom im Jahre 1998, dass die Bezeichnung Laguiole im Laufe der Zeit zu einer generellen Bezeichnung eines Messerstils geworden ist, welcher keinerlei Indikation auf die Herkunft dessen gibt. Diese Entscheidung wurde im Jahre 1999 nochmals vom Appellationsgerichtshof in Paris bestätigt. Damit konnte ein mehrjähriger und eifrig geführter Streit beendet werden.

Die Laguiole Messer gehören somit weder dem einen, noch dem anderen. Gleichzeitig entwickelten sich sinnlose Debaten und Auseinandersetzungen zwischen den Herstellern, welche allesamt nur die Entwicklung Ihrer Umsatzzahlen im Sinn hatten/haben. Die unterschiedlichsten Geschichten sorgen noch heute für eine enorme Verwirrung beim Konsumenten – der Beginn einer großen Konfusion.

Wie jeder Gegenstand, welcher die Begeisterung der Öffentlichkeit auf sich zieht, löst dieser auch Begierden aus und mag in den Augen des einen oder anderen wie eine Quelle der leichten Gewinne erscheinen. In erster Linie streiten sich die Messerschmiede mit viel Engagement um etwas was zu Anfang ein einfaches Taschenmesser war und ist. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen und Auführungen: Laguiole Tafelmesser, Gabeln, Löffel aber auch Zigarrenschneider, Kellnermesser und andere Küchenutensilien.

Die Produktion von Laguiole Messern gehört jedem und niemandem Es gibt Produkte in unterschiedlichsten Qualitäten und diversen Preisklassen. Damit antworten die Hersteller auf die verschiedenste Kundenbedürfnisse.
So gibt es Laguiole Modelle, welche mit Kunststoffgriffen ausgestattet sind, um sie spülmaschinentauglich zu machen und sie gleichzeitig für eine weniger betuchte Klientel attraktiv zu halten. Durch die Auswahl von weniger noblen Stahlsorten können Modelle in den günstigen Budgetklassen gefertigt werden, die problemlos Ihre Aufgabe als Küchenutensil erfüllen. Diese Hersteller bieten Ihren Kunden kompetitive und den Ansprüchen der Kunden gerecht werdende Produkt an. Durch das
Auslagern Ihrer Produktion (in der ersten Zeit nach Südeuropa/Spanien und später nach Asien) realisieren sie Einsparungen bei den Arbeitskosten, denn um ein Laguiole Taschenmesser zu fertigen benötigt es bis zu 100 manuelle Arbeitsschritte. Diese müssen durchgeführt werden, um ein authentisches Laguiole zu erschaffen. Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Produkte und Hersteller findet man heute im Einzelhandel Laguiole Produkte in diversen Preisklassen und Qualitäten.

Trotz der Verwirrung um das Wort „Laguiole“ erlebt dieser Messerstiel aktuell seine Hochzeit. So findet man Laguiole Produkte auf den unterschiedlichsten Tafeln (beim einfachen Mann genauso wie im Sterne Restaurant), in spezialisierten Tischdesign Boutiquen, in Kaufhausketten, in Supermärkten, Tankstellen und selbstverständlich beim Messerhändler im die Ecke. Es gibt sie also für alle Geschmäcker und in den verschiedensten Preisklassen. Dennoch bleibt es für den Kunden schwierig sein Laguiole zu finden, denn oft reklamieren die Hersteller für sich das einzig wahre (véritable) Laguiole herzustellen. So mancher Kunde sieht bei der Vielzahl der Angebote den Wald vor Bäumen nicht mehr. Wie soll man sich bloß informieren und das Richtige kaufen. Was nur wenige wissen ist, dass das Wort auf den Klingen (vor oder nach dem Wort Laguiole) für die Marke des Herstellers und hoffentlich für Seriosität steht. Diese Angabe hilft es dem Kunden sich zu orientieren und etwas mehr über das Produkt zu erfahren. Leider ist es uns hier unmöglich alle existierenden Marken aufzulisten. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nahezu 100 verschiedene bei der INPI (l’Institut National de la Propriété Industrielle = nationales Institut für Industrieeigentum) eingetragene Laguiole Marken. Jede Marke bringt demnach Ihren Namen auf die Klingen ihrer Messer auf und fertigt nach ihren Standards in ihren Fabriken oder lässt die Ware außerhalb Frankreichs produzieren.

Was bedeutet dies nun? Schluss mit der Diskussion um echte oder falsche Laguiole Messer! Es gibt lediglich eine riesige Auswahl an unterschiedlichsten Modellen – und Endkunden die die Qual der Wahl haben.

… Nein, die Laguiole Geschichte ist noch nicht vorbei. Das wäre ja zu einfach. Der Begriff Laguiole ist mittlerweile weit über Frankreichs Grenzen hinaus bekannt und besitzt so etwas wie eine Markenidentiät. Diese Tatsache machte sich eine Firma zu Nutze und ließ sich den Namen Laguiole in einer großen Anzahl von Produktklassen schützen – außer für die Produktklasse Schneidwaren. Denn wie Sie nun wissen, ist dies aus rein rechtlichen Gesichtspunkten schlichtweg unmöglich. Diese Markenanmeldung gilt seit 1994. Laguiole wurde damit in wenigen Jahren und vollkommen legal eine internationale Marke im juristischen Sinne (außer bei Schneidwaren). Diese Marke gehört einer einzigen Person und vertreibt unter dem Markennamen Laguiole (hauptsächlich über Lizenzen) völlig legal Schreibgeräte, Feuerzeuge, Aschenbecher, Brillen, Schuhe, Geschirr, Ferngläser … und alles markiert mit dem Wort Laguiole und aufgepasst: mit der allzu bekannten Biene…

Laguiole ist demnach ein Dorf (wunderschön), ein Käse (wunderbar), ein Messerstiel (berühmt) und eine Marke (…).

Laguiole Messer exklusiv und einzigartig

http://www.laguiole-exklusiv.de