Laguiolemesser’s Blog


Laguiole exklusive Messer und die Geschichte des Damaststahls

Der Begriff Damaszener Stahl oder Damast kommt aus dem Arabischen, ist gleichzeitig der Name der Hauptstadt Syriens (Damaskus) und bezeichnet einen Werkstoff aus einer oder mehreren Stahl- oder Eisensorten. Er weist in poliertem oder geätztem Zustand eine klare Struktur aus mehreren abwechselnden Bereichen aus hartem und weichem Material auf. Damaszenerstahl verbindet diese Eigenschaften, daher ist diese Mischung gleichermaßen flexibel und besonders schnitthaltig. Um es genau auszudrücken, bezeichnet man Damaszenerstahl nur den im arabischem Raum, im Tiegelschmelzverfahren, hergestellten Stahl. Häufig wird dieser aber auch für den in Europa hergestellten Verbundstahl verwendet. Hohe Bedeutung hatte der Damaststahl im Altertum, da er meist zur Waffenherstellung genutzt wurde, insbesondere für Blankwaffen. Daher könnte man fast behaupten, er wurde nur zu diesem Zweck erfunden.

Herstellung
Handgeschmiedeter Damaststahl wird heute noch fast so wie früher hergestellt. Am Anfang werden mehrere Schichten, meist 3 bis 8, übereinandergelegt und im Schmiedefeuer geschweißt. Der Verbund wird anschließend längs oder quer getrennt, aufeinandergelegt und wieder verschmiedet (Falten). Die gesamte Prozedur wird mehrmals wiederholt. Da sich nach jedem Aufeinanderlegen die Anzahl der Schichten verdoppelt, kommt man schon nach wenigen Wiederholungen auf Hunderte von Schichten. Die Hauptschwierigkeit beim Feuerschweißen besteht darin, dass das Material eine bestimmte Temperatur nicht überschreiten darf, da sonst der Kohlenstoff verbrennt, und gleichzeitig das Material nicht zu stark verzundern (oxidieren) darf, weil es sich dann nicht mehr zusammenschmieden lässt. Da der Stahl vor dem Schmelzpunkt zu brennen anfängt (Oxidation), wird gegen Ende des Erhitzens Quarzsand oder Borax auf die zu schweißende Stelle gestreut. Dieser schmilzt zu einer flüssigen Glasschicht und schützt somit den Stahl vor dem Sauerstoff. Der richtige Zeitpunkt dafür ist, wenn die ersten Sterne (Funken) des verbrennenden Kohlenstoffs auftauchen. Es entsteht ein glasiger Schild, der die beiden zu schweißenden Teile umschließt. Dieser dient nicht nur als Schutz, sondern auch als Zeitüberbrückung, die es dem Schmied erlaubt, die Schweißteile zum Amboss zu tragen und sie dort mit einem präzisen Schlag zusammenzufügen.

Um schöne Muster auf der Oberfläche zu erhalten, kann der Stahl auch verdreht (Torsionsdamast) oder „unsymmetrisch“ weiterverarbeitet werden (wilder Damast). Nach dem Härten wird der Damaszener Stahl geätzt, um das Muster sichtbar zu machen, da die verschiedenen Schichten sich in Säure je nach Kohlenstoffanteil bzw. Legierung hell (Nickel) oder dunkel (Mangan) färben. Die Schneiden werden dann meist noch zum Schluss nachgehärtet. Heute wird für die Messerherstellung auch oft Kettendamast verwendet, das aus Motorradketten oder Motorsägenketten geschmiedet wird, was ein sehr schönes Muster ergibt.

Verwendung
Heutzutage erfreut sich Damaststahl wieder zunehmender Beliebtheit, vor allem zur Herstellung von Küchen-, Taschenmesser, Klappmesser und Jagdmessern. Aber auch Gebrauchsgegenstände und Schmuck werden daraus hergestellt, letzteres aufgrund des ästhetischen Reizes der geätzten Oberfläche.

Damasteel
Durch neuere Stahlherstellungsverfahren kann so genannter Damasteel hergestellt werden. Hierbei handelt es sich um einen vollkommen anderen Werkstoff als den klassischen Damaszener Stahl. Damasteel besteht aus rostträgem Stahl, der durch die Vermengung des Grundwerkstoffes mit Stahlspänen während des Fertigungsprozesses veredelt wird. Das Verfahren wurde erst 1993 entwickelt. Grund der Entwicklung war, dass sich die hochlegierten Stähle nicht feuerverschweißen lassen. Rostfreier Stahl ist ein hochlegierter Stahl, da er mehr als 10 % Chrom enthalten muss, um nicht zu rosten.

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